Wassertransport intelligent und nachhaltig gestalten – Pydro im Interview

Wassertransport intelligent und nachhaltig gestalten – Pydro im Interview

Dreht man den Wasserhahn auf, kommt Wasser heraus – egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Damit das Wasser mit gewünschtem Druck aus der Leitung sprudelt, pumpen Wasserversorger durchgehend mit viel Druck Wasser in die Rohre. Dieses Vorgehen erfordert viel Energie – Energie, die zu einem großen Teil eingespart werden könnte.

Denn der hohe Druck wird bei ständig schwankendem Wasserverbrauch meist nicht vollständig genutzt. Deshalb existieren Ventile, welche den Druck wieder herunterregeln. Diese Energie könnte eingespart bzw. sinnvoll für andere Zwecke genutzt werden, findet das Hamburger Startup Pydro. Es entwickelte eine intelligente Turbine, die automatisch den Wasserdruck überwacht und reguliert. Die Turbine kann einerseits aus überschüssigem Druck Energie zurückgewinnen und andererseits bei Bedarf den Wasserdruck erhöhen.

Neben der Reduktion von Energiekosten, kann somit auch das Druckniveau in Rohren verbessert werden. Durch eine Verbesserung des Druckniveaus können darüber hinaus Rohrschäden reduziert werden. Denn Rohrbrüche bleiben teilweise über Jahre unentdeckt und bedingen immense Wasserverluste.

1. Was hat in der Vergangenheit besonders gut geklappt? Welche positiven Erfahrungen habt ihr gemacht?

Was bisher besonders gut geklappt hat, waren Ideen- und Gründerwettbewerbe, obwohl wir noch nicht mal einen Prototyp vorweisen können. Wir haben uns bei 6 Wettbewerben beworben, von denen wir 3 gewonnen haben und bei 2 im Finale standen. Momentan drücken wir noch die Daumen, dass wir noch einen weiteren Preis gewinnen, bei dem wir aktuell im Finale sind. Wir merken einfach, dass wir mit unserer Idee einen Nerv getroffen haben, in dem noch sehr viel Potenzial steckt. Für uns ist das natürlich super, weil wir dadurch interessante Kontakte knüpfen, kostenlose PR bekommen und Preisgelder erhalten, welche wir für unsere Produktentwicklung benötigen.

2. Gibt es auch negative Erfahrungen oder Fehler, die ihr in der Vergangenheit gemacht habt?

Fehler machen wir ständig, vor allem, weil für uns alle Dinge die wir tun einfach neu sind. Das wichtigste ist, dass man die Fehler schnell genug erkennt und löst, bevor sie in eine unternehmensgefährdende Lage führen. Dadurch scheitern vermutlich die meisten Startups. Am Ende sehen wir das auch als unseren Wettbewerbsvorteil gegenüber größeren Playern. Wir machen schnell viele Fehler, finden dadurch aber auch schnell viele Lösungsalternativen. Das ist natürlich auf Dauer sehr anstrengend, aber wer gründet, sollte wissen, dass es ein kontinuierliches auf und ab ist.

3. Welche nächsten Schritte stehen bei euch an? Was sind eure Pläne für das neue Jahr?

Unser wichtigster Schritt dieses Jahr ist definitiv die Fertigstellung unseres Prototyps und der Testbetrieb bei einem Wasserversorger. Wenn wir sehen, dass sich unsere Turbine dreht, fällt uns erstmal ein Stein vom Herzen. Weitere Schritte sind die Sicherung einer Seed-Finanzierung und ein enger Austausch mit Wasserversorgern und wasserintensiven Industrien.

© Pydro


Unsere Cleantech-Expertin Jana Koritkowski berichtet jetzt jede Woche von innovativen Cleantech-Startups und den neuesten Entwicklungen aus der Szene.

„Mich begeistert das Thema, weil technologischer Fortschritt eingesetzt wird, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Nur so können echte Alternativen zu aktuellen Praktiken geschaffen werden, um langfristig Umweltbeeinträchtigungen zu minimieren.“

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